Wissenschaftliche und politische Karriere

Angela Dorothea Merkel (geborene Kasner) wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg in der Familie eines evangelischen Pfarrers und einer Fremdsprachenlehrerin geboren. Sie ist eine hervorragende deutsche Politikerin unserer Zeit. Von 1991 bis 1994 war A. Merkel Bundesministerin für Frauen und Jugend und von 1994 bis 1998 Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Seit 1998 amtierte sie Generalsekretärin der CDU – der Partei „Christlich-demokratische Union“. Seit 2000 ist sie Bundesvorsitzende der Partei CDU und seit dem 22. November 2005 – die deutsche Bundeskanzlerin. Am 27.09.2009 wurde sie erneut zum Bundeskanzler gewählt.

1954, einige Wochen nach der Geburt der Tochter, siedelte die Familie Kasner von Hamburg (Deutsche Bundesrepublik) in die Deutsche Demokratische Republik ins Dorf Quitzow über und 1957 – in die Stadt Templin.

1961 wurde Angela Kasner an der Polytechnischen Oberschule in Templin eingeschult. Als Schulkind und Jugendliche wird sie von Lehrern und Mitschülern als eher unauffällig und als sozial gut integriert beschrieben. Auffallend waren ihre herausragenden schulischen Leistungen, insbesondere in Russisch und Mathematik. Sie nahm nicht an der Jugendweihe ihres Jahrgangs teil, stattdessen wurde sie am 3. Mai 1970 in der St.-Maria-Magdalenen-Kirche in Templin konfirmiert. 1973 legte sie in Templin ihr Abitur ab (Notendurchschnitt: 1,0). Angela Kasner war Mitglied der Pionierorganisation Ernst Thälmann und der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

Angela Kasner hatte sich bereits während ihrer Schulzeit für das Studium der Physik an der damaligen Leipziger Karl-Marx-Universität entschieden und zog 1973 nach Leipzig. Sie gehörte nicht zu den opponierenden Kräften innerhalb der DDR. Während ihres Physikstudiums in Leipzig lernte sie 1974 bei einem Jugendaustausch mit Physikstudenten in Moskau und Leningrad ihren ersten Mann, den Physikstudenten Ulrich Merkel, kennen. Am 3. September 1977 wurden die beiden in Templin kirchlich getraut.



Angela Merkels Diplomarbeit aus dem Juni 1978 mit dem Titel “Der Einfluß der räumlichen Korrelation auf die Reaktionsgeschwindigkeit bei bimolekularen Elementarreaktionen in dichten Medien” wurde mit „sehr gut“ bewertet. Die Arbeit war gleichzeitig auch ein Beitrag zum Forschungsthema Statistische und Chemische Physik von Systemen der Isotopen- und Strahlenforschung im Bereich Statistische und Chemische Physik am Zentralinstitut der Isotopen- und Strahlungsforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW). Merkel war während ihres Studiums weiterhin in der FDJ aktiv.

1978 ging Merkel mit ihrem Mann nach Ost-Berlin. Hier nahm sie eine Stelle am Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften an. 1981 trennte sie sich von Ulrich Merkel. Die kinderlose Ehe wurde 1982 in Ost-Berlin geschieden. An der Akademie lernte Merkel 1984 ihren jetzigen Ehemann, den Chemiker, Professor Joachim Sauer kennen, den sie 1998 heiratete. 1986 konnte sie für mehrere Tage in die Bundesrepublik reisen.

Am Zentralinstitut arbeitete A. Merkel im Bereich “Theoretische Chemie”. Am 8. Januar 1986 reichte sie ihre Dissertation ein, deren Titel lautete “Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden”. Für ihre physikalischen Forschungen hatte sie die Note sehr gut bekommen. Im Fach “Marxismus-Leninismus” hatte sie “genügend”. Merkel war weder Mitglied der SED noch einer der Blockparteien. Merkel war während ihrer Zeit an der Akademie in der FDJ-Gruppe ihres Instituts für Agitation und Propaganda zuständig. Sie selbst äußerte dazu: „Nach meiner Erinnerung war ich Kultursekretärin“. Diese Tätigkeit hat ihr, wie sie in einem Interview 1992 bekannte, Spaß gemacht.

Die Macht der SED über den Staat bröckelte 1989. Am 4. November 1989 fand die Alexanderplatz-Demonstration „gegen Gewalt und für verfassungsmäßige Rechte, Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit“ statt. Etwa einen Monat später begann Merkel bei der neu gegründeten Partei “Demokratischer Aufbruch” (DA) zu arbeiten. Viele ihrer Freunde und Bekannten aus den 1970er-1980er Jahren zeugen, als sie letztendlich CDU-Politikerin wurde, dass sie damals eine weltanschauliche Nähe zu den Grünen hatte.

Am 31. August 1990 wurde in Bonn der Einigungsvertrag unterschrieben. Merkel begleitete Delegationen auf Auslandsreisen und war auch beim Abschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrages am 12. September 1990 in Moskau anwesend.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 erhielt Merkel die Planstelle einer Ministerialrätin im Bundespresse- und Informationsamt.

Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 gewann Merkel ihren neuen Wahlkreis mit 48, 5 Prozent der abgegebenen Erststimmen. Am 20. Dezember 1990 wurde sie Abgeordnete des Deutschen Bundestages.

Der Wahlsieger Kohl, der sie im November 1990 nochmals zu einem Gespräch ins Kanzleramt nach Bonn eingeladen hatte, nominierte sie überraschend für ein Ministeramt in seinem Kabinett. Das alte Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit wurde dreigeteilt in das Bundesministerium für Gesundheit (Gerda Hasselfeldt), das Bundesministerium für Familie und Senioren (Hannelore Rönsch) und das Bundesministerium für Frauen und Jugend (Angela Merkel). Merkel erhielt ein kleines Restministerium mit wenig Kompetenzen. Sie wurde am 18. Januar 1991 als Ministerin vereidigt.

Ihr schneller Quereinstieg gründete sich ausschließlich auf der Gunst des Bundeskanzlers („Kohls Mädchen“). Im Dezember 1991 wurde sie auf dem CDU-Bundesparteitag in Dresden zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden und damit in das Amt gewählt.


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